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Wahlkrampf
2009
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Wählen
dürfen heißt, aus mehreren Angeboten
wählen zu können. Eine politische Wahl
soll die Möglichkeit geben, den bestehenden
Zustand zu bestätigen oder zu verändern.
Da das Verändern in der Vergangenheit oft
nicht geklappt hat, wurde der Wähler
wahlmüde.
Wenn man den Wahlplakaten im heimischen
Kommunalwahlkampf trauen kann, dann soll hier
seitens der Politik offensichtlich eine
künstliche Wahlmüdigkeit herbei
geführt werden. Zumindest ist den Plakaten zu
entnehmen, dass die Parteien gar keine
Veränderung wollen.
Das demonstrieren sie gleich mehrfach: die Aussagen
auf den Wahlplakaten sind an Plattheit kaum noch zu
unterbieten. Statt Wahlversprechen und klaren
Aussagen prangen Forderungen von den Plakaten, die
an den Wähler gerichtet zu sein scheinen.
"Mehr Mut für Hattingens Zukunft."
erklärt die CDU auf ihrem Plakat. Wie das
gemeint ist, weiß wohl nur die Partei
selbst.
"Politik für morgen beginnt heute." hat
die FDP erkannt, und verschleiert damit ihre wahren
Absichten.
"Den Sport fördern. Hattingen bewegt.",
fordert die SPD, erklärt aber nicht wie sie
das anstellen möchte, hat sie es doch in der
Vergangenheit auch nicht getan. Sind damit
Freifahrkarten für das Schwimmbad in Bochum
gemeint?
"Hattingen bildet." heißt es auf einem
anderen Plakat der SPD. Sie selbst schreibt in
ihrem Slogan "Hattingen Gemeinsam" ein
Adjektiv groß (auch vor fünf Jahren
schon), die CDU schreibt in ihrem Slogan
"modern. mutig. menschlich." nach einem
Punkt klein weiter. Das ist Bildung!
Was meint die CDU eigentlich mit ihrem Slogan? Oder
wen? Die Partei, die Politik oder die
Alibi-Gegenkandidatin Frau Niermann. Jeder
weiß, dass sie keine Chance hat, auch sie
selbst. Offenbar haben CDU und FDP sie als
Kandidatin aufgestellt, um nicht offen sagen zu
müssen, dass sie bei der jetzigen
Bürgermeisterin bleiben wollen. Ihre tolle
Begrüßung des Wahlvolkes mit
"Schöne Ferien" soll sie wählbar
machen? Wird es nicht, und das scheint so gewollt.
Nebenbei ist das eine tolle kostenlose Werbung
für ihr Restaurant.
PS: Mit "Erst durchatmen, dann durchstarten.
Schöne Ferien." entschuldigt die SPD das
bis kurz vor den Wahlen geschlossene
Parteibüro und wünscht sich wohl selbst
einen schönen Urlaub. Wählerservice? Nein
danke.
Nebenbei
gesagt: Ideenklau hat in Hattingen Tradition, aber
jetzt im Wahlkampf ist so etwa besonders dreist und
zeugt von nicht vorhandenen Ideen: die SPD hat mit
ihren Themen "Hattingen bewegt:" und "Hattingen
belebt." ganz plump bei hattingen-pur abgekupfert.
Hier heißt der Slogan seit 1999 "bunt bewegt
belebt", mit Absicht ohne Satzzeichen. Der
CDU-Spruch mit drei M ist eine unglückliche
Variante des
hattingen-pur-Slogans.
Und hier das absolut beste
Wahlplakat:
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Kasperle kommt...
PS:
Frau Goch, in Natura sehen sich doch weit
attraktiver aus. Entlassen Sie alle, die an diesem
Plakat beteiligt waren!
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