Unser
Hattingen
Kultur,
Freizeit
Einkaufen
Gastronomie,
Hotels
Thema
Service
Archiv
Auto,
Mobiles
Verschiedenes
Stadtelternrat
kick
Stadtpläne
Parken
in Hattingen
ÖPNV-Anbindungen
Notdienste
Büro
für Werbung
und Web-Design
Archiv
für
Flaggenkunde
|
Friedrich
von Isenberg wurde ca. 1194 als zweiter Sohn des Grafen
Arnold von Altena geboren. 1209 tritt er nach dem Tode
seines Vaters und seines älteren Bruders Everhard
dessen Erbe an.
Bis
1214 bleibt er Gefolgsmann des Kaisers Otto IV.
1214 heiratet er Sophia von Limburg, die Tochter von Walram
III. (Graf von Luxemburg und ab 1221 Herzog von Limburg a.d.
Maas).

|
Im
Kampf um die Kaiserkrone unterliegt Otto dem staufischen
König Friedrich.
Graf Friedrich von Altena wechselt wie viele Adelige die
Fronten.
1216 wird Engelbert von Berg Erzbischof von Köln. Graf
Friedrich von Altena geht nach Nienbrügge.
1217 belehnt ihn der Erzbischof mit der Isenburg. Friedrich
zieht von der Stammburg Nienbrügge auf die Isenburg und
nennt sich Graf von Isenberg.
Das Reitersiegel Friedrichs von Isenberg.
Rekonstruktion nach alten Skizzen.
|
Friedrich
von Isenberg ist ein mächtiger Graf.
Er wird dem Erzbischof, der ihn zum Grafen gemacht hatte,
langsam zu groß.
Die Bestrebungen der Kirche, den Adel in seiner Macht zu
beschneiden, will Engelbert zur Ausweitung seines
Machtbereiches nutzen.
Sicherheitshalber lässt Friedrich seinen Besitz in zwei
Vogteirollen auflisten. Dort sind die Namen von 36
Oberhöfen mit 1.440 Bauerngütern in 905 Orten
genannt, die zu seiner ererbten Vogteiherrschaft
gehören. Sein nicht aufgezählter Privatbesitz
besteht aus weiteren 19 Oberhöfen und
Einzelhöfen.
|
Am
7. 11. 1225 überfallen Ritter Friedrichs den
Kölner Erzbischof am Gevelsberg. Er soll als Geisel
genommen werden, kommt aber zu Tode.
König Heinrich verhängt über Graf Friedrich
die Reichsacht,
Engelberts Nachfolger,Heinrich von Molenark, lässt noch
1225 die Isenburg zerstören.
In einem weder rechts- noch standesgemäßem
Prozess wird er zum Tode verurteilt.
1226 wird Friedrich gefasst., und am 14. November wird er am
Severinstor zu Köln auf dem Rad hingerichtet. Er stirbt
am Tag darauf.
|
|
Der
Konflikt zwischen Engelbert und Friedrich
- ein Konflikt zwischen Engelbert und dem gesamten
Adel?
Der Grund für den Konflikt zwischen Friedrich und
Engelbert lag vielleicht ursächlich in dem Machtstreben
des Erzbischofs begründet, der die kölnischen
Gebiete immer weiter in Richtung Nordosten ausweiten wollte
und damit nicht nur mit Friedrich im Zwist lag - der sich
ebenfalls ausweiten wollte, sondern auch noch mit den
Limburgern.
Die Limburger waren Engelbert immer ein Dorn im Auge
gewesen.
1216 war Engelbert auf Befehl des Papstes zum Erzbischof
gewählt worden - gegen den Willen der Limburger.
Engelbert hatte sich die Stimmen seiner Gegner
erzwungen!
|
Er
zerstörte eine Burg Limburgs und drohte, es werde jedem
ebenso ergehen, der sich ihm verweigere.
Auch Friedrich wird ursprünglich gegen die Wahl
Engelberts gewesen sein.
War er doch mit einer Limburgerin (Sophia) verheiratet.
Und der Bruder seiner Frau (Heinrich von Limburg) hatte 1217
die Erbtochter von Berg geheiratet!
Für Engelbert war es wohl undenkbar, dass ausgerechnet
ein Limburger (Herzog Heinrich) Graf von Berg werden
sollte!
Und so erklärte er sich kurzerhand selbst zum Grafen
von Berg, als Graf Adolf 1218 stirbt.
Er verweigerte seiner Nichte das Erbe, deren Gatten den
Grafentitel und zieht selbst auf die Burg Berge
(heute Schloss Burg)!
|
Engelberts
Machtstreben hatte also gleich mehrere Hindernisse, die er
mehr oder weniger geschickt zu beseitigen versuchte.
Es mag also etwas Wahres gewesen sein an den Beschimpfungen
gegen Friedrichs Witwe Sophia, sie sei eigentlich
Verantwortliche für den Tod des Erzbischofs.
Engelbert hatte durch seine Praxis der Landnahme und der
Machteinschränkung anderer beinahe den ganzen Adel
gegen sich.
Es spricht Vieles dafür, dass Friedrich Engelbert als
Geisel nehmen wollte. Es gehörte damals zu den
üblichen Mitteln, um jemand zum Einlenken zu
zwingen.
Ein toter Erzbischof würde ihm und seinen
Verbündeten nur noch mehr Ärger bringen, muss auch
Friedrich damals gewusst haben.
|
Dass
Friedrich Verbündete hatte und der Überfall auf
den Kölner Erzbischof lange geplant war, beweisen zwei
Tatsachen:
Am 8. November wird der Tross mit Engelberts Leichnam nicht
mehr in Burg Berge eingelassen!
Bereits ein Tag nach dem Übefall ist Engelberts Burg
bereits dem rechtmäßigen Grafen von Berg
unterstellt!
Am 8. November zerstört ein Heer des Grafen Walram,
Bruder von Heinrich von Limburg, Engelberts Burg
Valandshus.
Ein Heer ist nicht innerhalb eines Tages aufgestellt und bis
zum Kampfort vorgedrungen.
Der Überfall auf Engelbert mag der misslungene Beginn
eines Aufstandes gegen ihn gewesen sein, von dessen
tragischem Ende letztendlich alle Beteiligten profitierten,
nur eben nicht die beiden persönlichen
Gegner.
|